"Reihenhäuser so teuer wie noch nie"

13.12.2006

Des einen Freud', des anderen Leid: Während sich Eigentümer über steigende Preise freuen, schauen Käufer einer teuren Zukunft entgegen. In guter Wohnlage kostet ein Reihenmittelhaus 418.000 Euro und ist damit kostspieliger als jemals zuvor.


„Die Preissteigerungen vom Frühjahr 2006 setzen sich im Herbst 2006 bei allen Objekttypen, wenn auch leicht gemäßigt, fort“, sagt IVD-Vorstandsmitglied Sven Keussen. So lautet die grundlegende Botschaft des Herbstmarktbericht „Wohnimmobilien-Kaufobjekte“, den das IVD-Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland IVD Süd e.V. vorgelegt hat.

Während die Preise in den Jahren 2003 bis Frühjahr 2005 bayernweit noch rückläufig tendierten, stabilisierten sie sich im Laufe des Jahres 2005 und wiesen schon im vergangenen Herbst teilweise deutliche Preissteigerungen aus (zwischen +2,4 und 5,6 Prozent). Allerdings schien die Stabilität dieser steigenden Tendenz zunächst fraglich, da sie nicht, wie üblich, von den Groß- und Mittelstädten getragen wurde, so Keussen, sondern vom „flachen Land“ ausging, vor allem von den Gemeinden rund um München. Die Aufwärtsbewegung der Preise bestätigte erst das Frühjahr 2006.

„Die Talsohle ist endgültig durchschritten“, bekräftigt Stephan Kippes vom IVD- Marktforschungsinstitut. Dabei haben die Preise in München für Reihenmittelhäuser aus dem Bestand am stärksten angezogen. Die IVD vermeldet hier ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Damit ist in diesem Bereich ein historisches Hoch von 418.000 Euro pro Objekt in guter Wohnlage erreicht. Reihenhäuser sind also so teuer wie noch nie", sagt Kippes.

Bei den freistehenden Einfamilienhäusern sind die Preise um 3,8 Prozent auf 675.000 Euro angestiegen. Die Eigentumswohnungen aus dem Bestand sind mit 2550 Euro pro Quadratmeter um 2,0 Prozent teurer als im Herbst 2005.

 

In der Landeshauptstadt ist lediglich der Quadratmeterpreis für neugebaute Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen, sondern blieb konstant bei 3500 Euro. Jedoch verbuchten die Neubauten bei den Eigentumswohnungen im Jahr zuvor mit 5,1 Prozent die höchste Wachstumsrate. Der Preis hat sich also auf hohem Niveau eingependelt.

Auch die Grundstückspreise in München haben sich verteuert: Der Baugrund für Geschossbau sogar um stattliche 5 Prozent. Für Einfamilienhäuser in guter Wohnlage kostet der Quadratmeter 615 Euro, also 2,5 Prozent mehr als 2005.

Es bleibt also alles beim Alten: München ist die teuerste Stadt Deutschlands, wie Kippes bestätigt: „Der Großraum München ist bundesweit die Nummer eins - sowohl was die Miet-, als auch was die Eigentumspreise angeht.“

Jedoch macht das IVD ,neben der allgemein ansteigenden Tendenz, auf eine Polarisierung bei der Preisentwicklung aufmerksam. Demnach steigen die Preise für Immobilien in München nicht überall. Mit zunehmender Distanz zum Stadtzentrum sinken sie sogar. „Entlang der S-Bahn-Äste fallen die Preise“, sagt Kippes.

Trotz des Wegfalls der Eigenheimzulage wurden in den ersten sieben Monaten 2006 in Bayern insgesamt 31.666 Baugenehmigungen erteilt. Das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine deutliche Zunahme war insbesondere bei den Ein- und Zweifamilienhäusern festzustellen. Der historische Tiefstwert von 43.254 aus dem Jahr 2005 scheint damit vorerst überwunden.

Marko Belser, Süddeutsche Zeitung

 



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