"Gaspreisdiskussion in München" - die andere Seite der Münze.

13.02.2007

"Gaspreisdiskussion in München" - die andere Seite der Münze

Gedanken eines Mitarbeiters der Stadtwerke München

Die Münchner Stadtwerke waren nicht immer die billigsten Anbieter im Markt. Nach der angekündigten Gaspreissenkung zum 01. April 2007 werden sie es wieder sein. Nur die immerwährende Diskussion um die Preise lässt den Qualitätsgedanken, nebst der Wirtschaftlichkeit und der Daseinsvorsorge, wozu ein Stadtwerk heute vom Gesetzgeber verpflichtet ist, außer Acht.

Es wird in kaum einer anderen Stadt in diesem Maße in Richtung Verkehr und Bäder quersubventioniert. Die SWM kümmern sich auch vermehrt um Dinge, wie z.B. die Unterstützung der Olympiapark GmbH, bei verschiedenen Parkanlagen, sowie andere teure Verkehrsprojekte um die Stadtkasse zu entlasten.

Dass die Stadtwerke der größte Gewerbesteuerzahler sind (nicht etwa Siemens, BMW oder die vielen großen Versicherungen) und dass sie dem Stadtsäckel jedes Jahr gute Gewinne einbringen - wissen einige, aber offenbar nicht alle. In vielen Städten - mit vielleicht etwas günstigeren Gaspreisen, ist das nicht so.

Um das zu ermöglichen wurde auch die Personalstruktur in den letzten 5 Jahren um fast 6000 Arbeitsplätze zurückgefahren - ohne dass die Menschen der Stadt zur Last fallen. Das ist mehr als die Firma Siemens in München abgebaut hat...und es lief ruhig und positiv ab! Ein Herr Dr. Mühlhäuser hat es geschafft, mit seiner Amtsübernahme aus einem städtischen Betrieb mit Liquiditätsproblemen und jeder Menge Altlasten eines Kommunalbetriebes ein florierendes Unternehmen zu machen - welches der Stadt München hilft und im übrigen vielen beschäftigten Kollegen.

Dies alles muss auch ein Herr Offman wissen!
Und trotzdem baut er hier ein Konstrukt auf, das leider nicht ausschließlich auf Wahrheiten beruht. Auf seiner Homepage wird auch von Fällen berichtet, die nach Betrachtung aller Hintergründe wohl zu Recht den Unmut eines Energieversorgers geweckt haben. Es müssen nicht immer Lügen sein die Menschen verunsichern - Halbwahrheiten reichen hier auch…

Im übrigen sind die Stadtwerke, was den Gaspreis betrifft, auch von ihren Vorlieferanten abhängig und die wiederum von 2 - 3 Monopolisten als Erzeuger außerhalb von Deutschland. Hier müsste die Regulierung schon ansetzen - nicht bei den Weiterverteilern, die kaufmännisch kalkulieren müssen.

Nun, die fetten Jahre der Stadtwerke sind vorbei und nicht einmal die Gewinne aus monopolistischen Zeiten bewahren Stadtwerke vor dem Verkauf. Und wenn alle Stadtwerke in der Hand von Multikonzernen sind, wird es dann noch Wettbewerb geben? Man schaue nach England, die nach Komplettliberalisierung und trotz 80% Strom aus Kernkraft, die teureren Energiepreise in Europa haben. Dies liegt zuhauf an den maroden Netzen - es wurde nur noch der Rahm abgeschöpft und nichts mehr investiert!
Das beste Beispiel für diese Entwicklung auf dem Kontinent ist der große Stromausfall 2006-verursacht von einem bekannten Energiekonzern! War dieser nach Untersuchung jetzt nicht doch auf veraltete Technik und schlecht ausgebildete Mitarbeiter zurückzuführen??

Die Gaspreisbindung an den Heizölpreis ist vor vielen Jahren von der Politik eingeführt worden, um nicht die wertvollen Steuereinnahmen zu verlieren (siehe Kraftstoffpreise - Steueranteil). Die Gaspreise wären ansonsten schon seit Jahrzehnten dem Wettbewerb ausgesetzt - und schon dies hätte mit Sicherheit zu einem Preisverfall zugunsten der Endverbraucher geführt. Ohne dass sich der Staat nun hätte einmischen müssen. Was das bringt, hat ja auch die Liberalisierung im Strommarkt gezeigt. Dies hat nur zu noch mehr Marktbeherrschung durch die Konzerne geführt und allen voran die EnBW mit ihrer Tochter YelloStrom. Ist Yellostrom jetzt immer noch am billigsten? Nein - aber man benutzte die Marke bewusst um den Markt aufzubrechen. Dies funktionierte aber nur mit einem immensen Kapitalaufwand - und wirtschaftlich kalkuliert war das nicht. Man sollte sich einmal die Besetzung der Aufsichtsräte anschauen - wer Gesetze durchsetzt und seinen Gönnern dienlich ist!

In dem Ansinnen von Herrn Offman geht es um Oppositionspolitik und die beiden Herren sind nun mal auch Politiker. Wobei der eine seit Jahren erfolgreich ein Unternehmen führt…
Auch in der Bundespolitik wird das Gaspreisthema vor den Wagen gespannt - gerade weil es die Gemüter erhitzt … und um dem Bürger eine harte Linie gegen die Energiekonzerne vorzugaukeln, welche dann auch viele Stadtwerke trifft um Unzulänglichkeiten und die Steuergier des Staates zu verdecken. Dies kann nicht der Weg sein - zumal die Folgeschäden daraus noch nicht absehbar sind.

Es geht hier nicht darum etwas schön zu reden - es passieren im Hause SWM genug Fehler, die Kunden, wie auch Hausverwaltungen und deren betreute WEG´s belasten. Ein solches Unternehmen wirtschaftlich korrekt zu führen und gleichzeitig den Spagat der kommunalen Verantwortung zu tragen, ist nicht immer leicht.

Aber ich denke es ist trotzdem für München ein Glück, dass es die Stadtwerke so wie sie sind noch gibt!

© Name des Verfassers dem ISM bekannt


Der Verfasser hat folgende persönliche Anmerkung hinzugefügt:

Hallo Herr Herrmann,

ab 1. April werden die Gaspreise ja gesenkt und dann sollten die SWM die günstigsten im gesamten bay. Raum sein.
Dies gilt für Privat und Gewerbeabnehmer - muss allerdings über einen Sondervertrag (M-Erdgas M für Stadtgebiet, M-Erdgas R für die Region) abgeschlossen werden. Die Senkungsquoten betragen in Abhängigkeit des Verbrauches bis zu 14 %.
Die SWM führt zudem im Gasbereich eine automatische, verbrauchsabhängige Bestabrechnung ein (immer der jeweils günstigste Tarif, monatsscharf) . Dies gilt für alle Kunden.
Diejenigen, welche den M-Erdgas Vertrag nicht unterschreiben, bleiben im Allg. Gastarif. Hier fällt die Senkung allerdings nicht so moderat aus. Im günstigsten Falle aber immer noch bis zu 10%!

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